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GOLDAKUPUNKTUR
GOLDIMPLANTATION

Die Goldakupunktur stellt eine schonende Dauerhilfe für Patienten mit chronisch schmerzhaften Gelenkerkrankungen dar. Dazu gehören z.B. Ellbogengelenksdysplasie, Spondylosen, Kniegelenksarthrosen, Wirbelsäulenveränderungen und andere degenerative Gelenkerkrankungen, die dem Tier dauerhaft Schmerzen bereiten.

Die größte Erfolgsrate (etwa 95%) hat die Behandlung der Hüftgelenksdysplasie (HD). Das liegt wahrscheinlich daran, dass ein funktionierendes (schmerzfreies) Hüftgelenk weit mehr Unterstützung durch kräftige Muskulatur erfährt als jedes andere Gelenk. Die Veränderungen können zwar nicht rückgängig gemacht werden, der Degenerationsprozess wird aber deutlich verlangsamt. Auch wenn das Problem nicht beseitigt wird, kann der Organismus offenbar besser damit umgehen. Die Diagnose der vorstehenden Krankheiten wird in herkömmlicher Art in unserer Praxis durchgeführt.

Neben dem Röntgenbefund wird das gesamte Gangbild des Hundes in Bewegung und Ruhe beurteilt, um den aktuellen Schmerzzustand des Hundes zu bestimmen. Mittels Triggerpunktdiagnostik werden die für den Hund individuell wirksamen Akupunkturpunkte gefunden und für die Implantation ausgewählt. Die Therapie ist exakt auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Die (Gold-)Akupunktur kennt keine Standardbehandlung.

Es ist wichtig zu wissen, dass die im Röntgenbild sichtbaren Veränderungen nicht dem Beschwerdebild entsprechen müssen. Eine schmerzhafte Hüfte z.B. kann durchaus nur geringe Veränderungen im Gelenk zeigen und umgekehrt. Wenn also auf einer Röntgenaufnahme trotz erheblicher Beschwerden nur wenig Krankhaftes zu sehen ist, die Untersuchung aber eindeutig auf eine Erkrankung hinweist, ist die Untersuchung maßgeblich für die Entscheidung zu einer GAP. Andererseits können erhebliche Gelenksveränderungen mit nur mäßigen Beschwerden einhergehen. Auch dann ist eine GAP sinnvoll, um nämlich das Fortschreiten des krankhaften Prozesses zu verlangsamen. Die GAP ist natürlich nicht nur auf Hunde beschränkt. Jedes Tier lässt sich so behandeln, insbesondere auch (Rasse-) Katzen, die oft an chronischen Erkrankungen der Hüftgelenke leiden.


Goldimplantation oder Goldakupunktur?
„Erfunden“ wurde die Methode von den US-amerikanischen Tierärzten Terry Durkes und seinem Kollegen Dr. Grady Young. Vor allem Durkes war erfahrener Akupunkteur - um die Wirkung der Methode zu verlängern, implantierte er kleine Goldkugeln in Akupunkturpunkte (Gold Beat Implantation). Mittlerweile ist eine teilweise erbitterte Diskussion um den Unterschied zwischen Goldimplantation bzw. Goldakupunktur entbrannt. Die Verfechter der Bezeichnung Goldakupunktur gehen davon aus, dass die Implantation der Goldstückchen in Akurpunkturpunkte eine wesentlich langfristigere Wirkung garantiert - und eine Ausbildung in klassischer Akupunktur voraussetzt, die mit der Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ abgeschlossen wird. Die Anwender der „Goldimplantation“ streiten die Wirksamkeit der Akupunktur ab und legen die Goldkügelchen meist ausschließlich an gelenknahen Punkten ab. Der Langzeiterfolg wird nach Erfahrungen vieler „Goldakupunkteure“ aber ausbleiben. Wir in unserer Praxis betreiben „Goldakupunktur“!


Wie wirds gemacht?
Die Technik ist relativ einfach: Mit einer Hohlnadel (Kanüle) werden Stücke, Kugeln, Drähte oder Plättchen von 24-karätigem Feingold als Dauerimplantat in Akupunktur- und schmerzlindernde Punkte eingebracht. Diese Goldkugeln bewirken eine Dauerakupunktur, die Schmerzleitung wird gehemmt und der Hund läuft beschwerdefrei. Der Eingriff ist einmalig und wirkt in der Regel ein Leben lang. Die Kugeln verbleiben nachgewiesenermaßen am Implantationsort. Die Kunst besteht darin, einmal die richtigen Punkte zu kennen - und dann diese Punkte auch zu treffen. Die Behandlung muss beim Tier in Narkose vorgenommen werden, um Spontanreaktionen und Muskelspasmen zu vermeiden. (Beim Pferd reicht eine Ruhigstellung in Kombination mit einer örtlichen Betäubung). Eine Nachbehandlung ist i.d.R nicht erforderlich. Für einen Dauererfolg wichtig ist aber das Verständnis der Zusammenhänge beim Tierbesitzer, der nicht glauben darf, weil der Hund wieder schmerzfrei läuft, sei alles in Ordnung.


Kein Allheilmittel
Auch wenn die GAP beeindruckende Erfolgsraten aufzuweisen hat, ist sie kein Allheilmittel. Akupunktur ist eine funktionelle Therapie, sie kann also keine zerstörten Strukturen wiederherstellen (z.B. gerissene Kreuzbänder). Sie kann allenfalls den Heilungsprozess fördern, indem das natürliche Heilbestreben des Organismus durch spezielle Reize angeregt wird. Wie wir aus der Humanmedizin wissen, sprechen etwa 10% der Patienten gar nicht auf Akupunktur an. Einer amerikanischen Studie zufolge wirkt die GAP bei etwa 80 Prozent der Tiere. Der Wirkeintritt variiert zwischen sofort und bis zu acht Monaten Verzögerung! Durch die Goldakupunktur kann in der Regel auf die Eingabe anderer Schmerzmittel vollständig oder zumindest großenteils verzichtet werden, was den restlichen Organismus, insbesondere Leber und Niere, schont. Wir empfehlen in manchen Fällen auf begrenzteZeit den Wirkerfolg des Goldes durch ein Schmerzmittel zu begleiten.

Akupunktur

Akupunktur ist Bestandteil der so genannten traditionellen chinesischen Medizin, kurz TCM genannt. Die TCM ist eine ganzheitliche Diagnose- und Therapiemethode, die neben den Zeichen und Symptomen des Unwohlseins, bzw. der Erkrankung, die gesamten Lebensumstände eines Individuums mit einbezieht. Körper und Seele werden als ein Ganzes betrachtet. 

Die Akupunktur ist eine in ihrer Anwendung sehr sichere Technik. Da „nur“ körpereigene Stoffe aktiviert werden, ist die Möglichkeit von Nebenwirkungen denkbar gering. Störungen wie Muskel- und Skelettbeschwerden, Bandscheibenprobleme, Magen-/Darmprobleme wie Durchfall und Erbrechen, bestimmte Hormonelle- und Fruchtbarkeitsstörungen sowie Schmerzen lassen sich bei Kleintieren durch die Akupunktur gut behandeln.

Interessant ist Akupunktur auch bei Verhaltensauffälligkeiten: Zum Beispiel Angststörungen lassen sich mit der Akupunktur überraschend gut beeinflussen.

Dr. Henrik Hofmann hat die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ und ist ermächtigt zur Weiterbildung von Tierärzten auf diesem Fachgebiet.