Zahnschmerzen bei Katzen – der „Eisberg-Effekt“

Katzen haben häufiger Zahnschmerzen, als ihre Besitzer sich das vorstellen können. Um die Ursache zu finden, sind meist Röntgenbilder nötig. 

Manchmal erscheint es Tierbesitzern als „übertrieben“, wenn wir bei der professionellen Zahnreinigung – also dem „Zahnsteinentfernen“ – auch Röntgenbilder von den Zähnen anfertigen. „Muss das denn sein? Das sind doch unnötige Kosten….!?“

Schmerzhafte Löcher

„Ja, das muss sein“, erklären wir dann. Denn nur so kann man Beschädigungen erkennen, die unterhalb des Zahnfleisches liegen. Das ist vor allem bei der Katze wichtig. Bei ihr gibt es eine Erkrankung, sie heisst FORL. Das sind genauer gesagt „Feline Resorptive Läsionen“. Durch körpereigene Abbauzellen (sogenannte Odontoklasten) werden große Löcher in die Zahnsubstanz gefressen. Das ist natürlich ausgesprochen schmerzhaft, die betroffenen Zähne können nicht mehr lange leben.

Jede dritte Katze ist davon betroffen. Neuere Untersuchungen zeigen

sogar eine Häufigkeit von nahezu 50 % aller Katzen über fünf Jahren.

Festgestellt werden können diese Schäden nur durch Dental-Röntgen. Es unterscheidet sich von „normalem“ Röntgen dadurch, dass spezialisierte, punktgenaue Geräte notwendig sind, die auch im hinteren Winkel des Kiefers noch gezielt Bilder machen können. Weil der Entstehungsort der FORL fast ausschließlich an der Zahnwurzel und dort meist im Bereich der Schmelz-Zement-Grenze. Dies ist in der Nähe des Zahnhalses kurz unterhalb der Mundschleimhaut. Was man von aussen sieht, ist nur die „halbe Wahrheit“, so ähnlich wie bei einem Eisberg, bei dem die größte Gefahr unsichtbar unter der Oberfläche lauert. Von hier aus schreiten die zahnsubstanzauflösenden Prozesse immer weiter fort.

Ursachen für Zahnschmerzen sind bei Katzen häufig erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Und sehen oft harmloser aus, als sie sind.                  (C)2019 tierundleben.de

Dental-Röntgen bringt Licht ins Dunkel: Die beiden oberen Zähne haben gesunde Wurzeln, der untervöllig zerstörte Wurzeln, der Zahn selbst ist knapp unter dem Zahnfleischsaum zerfressen.  (C)2019 tierundleben.de

Typische Symptome

Erkennen tut man FORL zum Beispiel daran, dass die Katzen weniger essen, mit der Zunge herumspielen, Futter wieder aus dem Mund fallen lassen. Wird es schlimmer stinken die Tiere aus dem Mund, speicheln, fressen nicht mehr. Manche fauchen sogar den Fressnapf an. Alles Anzeichen für Zahnschmerz und Entzündung.

Die Therapie ist meistens das Ziehen der Zähne. „Reparieren“ und Füllen sind wenig erfolgversprechend…

Ihr Henrik Hofmann

Neueste Beiträge

Kategorien

Wir lieben Tiere

Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, vereinen wir tierärztliche Spezialisten verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach und können sie „auf kurzen Wegen“ in die medizinische Heilbehandlung einbeziehen. Dies bedeutet meist deutlich schnellere Heilungsergebnisse als allgemein üblich! Wir sehen jedes Tier als Individuum und bieten maßgeschneiderte Therapien – ob bei Impfungen, Zucht, chronischen Erkrankungen, Parasitenbefall, Naturheilverfahren oder Operationen.

Kontaktieren Sie uns